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Beiträge auf Youtube

Bien­nal laden wir zum Sympo­sium Kind­heit, Jugend & Gesell­schaft. Mehr als 20 Jahre verläss­li­che Zusam­men­ar­beit in einem trag­fä­hi­gen Netz­werk von Part­nern.

Beiträge aus den Sympo­sien und der Kinder- und Jugend­be­tei­li­gung werden auf der Youtube-Platt­form des Netz­werks Welt der Kinder als open source zugäng­lich gemacht.

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Wir Menschen gestal­ten unser Leben als kultur­bil­dende Gemein­schaf­ten. Besten­falls über­neh­men wir wech­sel­sei­tig Verant­wor­tung für alle jene, die dieser Gemein­schaft ange­hö­ren. Schlie­ßen sich Gemein­schaf­ten, verlie­ren sie an Lebens­kraft und verge­hen (häufig entzie­hen sie zunächst ande­ren sozia­len Grup­pen deren Ressour­cen). Blei­ben sie zu weit offen, bleibt die Über­nahme wech­sel­sei­ti­ger Verant­wor­tung aus und Gemein­schaf­ten lösen sich auf. Eben­die­sen Heraus­for­de­run­gen begeg­nen wir aktu­ell auf vielen Ebenen indi­vi­du­el­len und kollek­ti­ven Handelns: In ökolo­gi­schen, wirt­schaft­li­chen und sozia­len Syste­men werden neue Gleich­ge­wichte gesucht. Unser Handeln zeigt in größe­ren Zusam­men­hän­gen Wirkung, es gilt, in der Über­nahme von Verant­wor­tung dazu­zu­ler­nen.

Dies betrifft insbe­son­dere das Verhält­nis zwischen den Genera­tio­nen und deren Zukunfts­räume: Weil Hand­lun­gen von Erwach­se­nen im Leben der Jünge­ren lang­fris­tig Auswir­kun­gen zeiti­gen, muss ihnen Gele­gen­heit einge­räumt werden, neue Ordnun­gen mitzu­ge­stal­ten. Die Auffor­de­rung, Selbst­wirk­sam­keit zu stär­ken, kann nicht als Teil­ha­be­an­ge­bot durch­ge­hen, wo Schutz- und Entwick­lungs­räume aus Spar­grün­den entzo­gen werden. Ähnli­ches gilt für Makro­kon­texte. Die Über­nut­zung der natür­li­chen Ressour­cen unse­res Plane­ten entzieht Millio­nen Menschen die Exis­tenz­grund­lage und zerstört die Lebens­grund­la­gen künf­ti­ger Genera­tio­nen. Diese Heraus­for­de­run­gen durch Abschot­ten lösen zu wollen, erzeugt hohe Span­nungs­la­gen mit Folge­wir­kun­gen. Wir sind aufge­for­dert, Posi­tio­nen und Gren­zen neu auszu­han­deln, ohne den Stress eines perspek­ti­ven­lo­sen Ausgren­zens zu erzeu­gen.

Das ist nicht leicht. Es erstaunt nicht, dass sich immer mehr Menschen den Anfor­de­run­gen ihres Lebens­all­tags nicht gewach­sen fühlen. Nahezu ein Vier­tel aller jungen Menschen in Öster­reich leiden unter psychi­schen Erkran­kun­gen. Die Alters­gruppe ist auch über­durch­schnitt­lich häufig von Armuts­la­gen betrof­fen. Wo das eine mit vermin­der­ten Koope­ra­ti­ons­leis­tun­gen junger Menschen und durch aggres­sive oder depres­sive Reak­tio­nen beant­wor­tet wird, werden in geopo­li­ti­schen Kontex­ten Konflikte und Kriege ange­facht.

Das Sympo­sium führt durch die Viel­falt dieser Themen, indem wir an aktu­ell rele­van­ten Schnitt­flä­chen konkrete Inhalte fassen, erfah­rene und kundige Menschen dazu hören und mit ihnen in Austausch treten: Menschen, die den vielen invol­vier­ten Berufs­grup­pen der Kinder- und Jugend­zeit ange­hö­ren, deren Wissen und Ethos in unter­schied­li­chen Schu­len und Wissens­dis­zi­pli­nen geformt wurde; und deren Erfah­rungs­dichte aus viel­fäl­ti­gen Praxis­fel­dern kommt. Und die nun gemein­sam mit uns versu­chen, Gleich­ge­wichte in der Viel­falt und deren Erfor­der­nisse zu defi­nie­ren.

Gelingt es uns gemein­sam, das Handeln in poli­ti­schen Kontex­ten, in Berufs­grup­pen, Orga­ni­sa­tio­nen, Nach­bar­schaf­ten und Fami­lien auszu­ta­rie­ren und der sozia­len Schlie­ßung entge­gen­zu­wir­ken, ist viel gewon­nen.

Im Namen des Netz­werks Welt der Kinder: Carmen Feucht­ner, Gerhard König (Welt der Kinder) / Chris­toph Hack­spiel, Beate Huter (Vorarl­ber­ger Kinder­dorf) / Wolf­gang Katsch, Chris­tian Posch, Gerd Konklew­ski (SOS-Kinder­dorf Österr. & Intern.) / Stefan Allgäuer, Karin Moratti (Insti­tut für Sozi­al­dienste) / Walter Schmolly, Jona­than Jancsary (Cari­tas) / Georg Posch (aks gesund­heit GmbH) / Wolf­ram Metz­ger, Thomas Summer (pro mente Vorarl­berg GmbH) / Manfred Ganahl, Markus Müller (Stif­tung Jupi­dent)

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Im „Netz­werk Welt der Kinder“ bemü­hen wir uns konstant um ein spezi­fi­sches Anlie­gen: Der Fokus gilt dem Zusam­men­le­ben mit unse­ren jüngs­ten Mitbür­ge­rIn­nen. Wir wollen beitra­gen, ange­sichts der kompli­zier­ten Heraus­for­de­run­gen unse­rer Zeit Mut zu fassen und – gerüs­tet mit Wissen und Empa­thie – unsere sozia­len Prak­ti­ken im Genera­tio­nen­ge­füge neu zu gestal­ten.

Das ist keine einfa­che Aufgabe. Sie bedarf der Orte des Austau­sches und der Verstän­di­gung, auch des Erpro­bens und Übens. Unsere Veran­stal­tung soll eine solche Gele­gen­heit schaf­fen. Das vorlie­gende Programm wurde in Gesprä­chen mit einer Viel­zahl von Menschen vorbe­rei­tet: mit jungen Menschen, Kindern und Jugend­li­chen, mit Kolle­gIn­nen aus koope­rie­ren­den Einrich­tun­gen, aus Bildungs- und Gesund­heits­in­sti­tu­tio­nen, Verwal­tung und Admi­nis­tra­tion und mit Exper­tIn­nen aus unter­schied­li­chen Wissens­ge­bie­ten. Gemein­sam bemü­hen wir uns, die Kräfte ins Bewusst­sein zu heben, die auf unser Mitein­an­der einwir­ken und wir laden Sie ein, sich an diesem Gespräch zu betei­li­gen: In Kennt­nis der Wirk­kräfte mit uns güns­tige Formen des genera­tio­na­len Ordnens zu entwi­ckeln.

Wie orga­ni­sie­ren sich Menschen in verschie­de­nen Lebens­al­tern? Wie lassen sich soziale Prak­ti­ken gestal­ten, die die unter­schied­li­chen Inter­es­sen der Genera­tio­nen ausglei­chen? Wie verbes­sern wir die Verstän­di­gung zwischen verschie­de­nen Berufs­grup­pen und Menschen verschie­de­ner Herkunft? Wir fragen nach Einfluss­grö­ßen, die in ihren Wech­sel­wir­kun­gen auf die Sozia­li­sa­tion unse­rer Kinder und Jugend­li­chen einwir­ken und ihre Lebens­chan­cen prägen:

Gesell­schaft­li­che Teil­habe und Voraus­set­zun­gen für Koope­ra­tion zwischen den Genera­tio­nen und Profes­sio­nen; Wirkun­gen von Armut, ökono­mi­scher Ungleich­heit, Flucht und Migra­tion; Stress, psychi­sche Gesund­heit und die Folgen psychi­scher Erkran­kung; Bedeu­tung und Wirkung virtu­el­ler Welten und der social media; neue Auto­ri­tät und Werte­sys­teme in Eltern­schaft und Bildung; Frie­dens­ar­beit und sozi­al­räum­lich orien­tierte Präven­tion.

Forsche­rIn­nen und Prak­ti­ke­rIn­nen aus verschie­de­nen Diszi­pli­nen tragen bei: Menschen, denen es mit ihrer Forschung und Praxis gelingt, unsere Grund­an­nah­men für ein neues Verständ­nis zu öffnen und damit eine Weiter­ent­wick­lung des gesell­schaft­li­chen und genera­tio­na­len Ordnens zu ermög­li­chen. Unser Ziel ist es, aktu­elle wissen­schaft­li­che Forschung für die Praxis aufzu­schlie­ßen und Refle­xio­nen aus der Praxis an die Wissen­schaft heran­zu­tra­gen und den Weg für Koope­ra­tio­nen zu öffnen.